Die deutsche Tageszeitung die ZEIT erzählt in einem neuen Artikel, wie Doris Wagner im "Werk" missbraucht wurde und wie dieser Missbrauch dann vom "Werk" und von der Glaubenskongregation vertuscht wurde, während ein Werkspriester in leitender Stellung an der Glaubenskongregation arbeitet - einer, der Doris Wagner in der Beichte bedrängt hatte:
https://www.zeit.de/2018/40/katholische-kirche-sexueller-missbrauch-schweigen-deutschland
Was will dieser Blog?
Dies ist der Blog ehemaliger Mitglieder des "Werkes". Er enthält Geschichten, Tatsachen und Erfahrungen, die vom "Werk" sorgfältig verschwiegen oder geleugnet werden. Er sei jedem ans Herz gelegt, der mit dem "Werk" in Kontakt kommt.
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Fernsehbericht über Das Werk
Dieses Video über Das Werk wurde vor Kurzem online gestellt:
https://m.youtube.com/watch?v=2ZQibvNEdvA
Es enthält einen Bericht des niederländischen Fernsehen aus den 1990er Jahren. Nie zuvor oder danach wurde Das Werk so direkt und öffentlich mit Vorwürfen von Ex-Mitgliedern konfrontiert wie hier.
Wer sich das Video ansieht, sieht sofort, dass nicht nur die Vorwürfe über Jahrzehnte hinweg dieselben geblieben sind: Verletzung des Beichtgeheimnisses, Gehirnwäsche, Denk- und Redeverbote, Abschottung der Mitglieder von ihrem familiären Umfeld und von der "Welt", sondern dass auch die Reaktion des Werkes dieselbe geblieben ist: Schweigen und die Opfer einschüchtern (sehr interessantes Detail: Das halb-offizielle/inoffizielle Auftauchen des Polizisten mit Privatwagen und Dienstausweis, der sagt: Sie sind hier nicht erwünscht...)
https://m.youtube.com/watch?v=2ZQibvNEdvA
Es enthält einen Bericht des niederländischen Fernsehen aus den 1990er Jahren. Nie zuvor oder danach wurde Das Werk so direkt und öffentlich mit Vorwürfen von Ex-Mitgliedern konfrontiert wie hier.
Wer sich das Video ansieht, sieht sofort, dass nicht nur die Vorwürfe über Jahrzehnte hinweg dieselben geblieben sind: Verletzung des Beichtgeheimnisses, Gehirnwäsche, Denk- und Redeverbote, Abschottung der Mitglieder von ihrem familiären Umfeld und von der "Welt", sondern dass auch die Reaktion des Werkes dieselbe geblieben ist: Schweigen und die Opfer einschüchtern (sehr interessantes Detail: Das halb-offizielle/inoffizielle Auftauchen des Polizisten mit Privatwagen und Dienstausweis, der sagt: Sie sind hier nicht erwünscht...)
#NunsToo: Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen
Doris Reisinger (Wagner), ehemalige Schwester des "Werkes" hat sich über die weltweite Verbreitung von sexuellem Missbrauch an Ordensfrauen zu Wort gemeldet. Sie nennt die Faktenlage "schlicht und einfach bedrückend".
Ein Interview mit der Theologin und Autorin Doris Reisinger (geb. Wagner) im: rbb Religion und Gesellschaft
Ein Artikel aus der Juni-Ausgabe der "Stimmen der Zeit": #NunsToo in den "Stimmen der Zeit"
Ein Interview mit der Theologin und Autorin Doris Reisinger (geb. Wagner) im: rbb Religion und Gesellschaft
Ein Artikel aus der Juni-Ausgabe der "Stimmen der Zeit": #NunsToo in den "Stimmen der Zeit"
Beschluss der Religiosenkongregation: Wird Das Werk zum Orden?
Über zwei Jahre nach dem Abschlussbericht des Visitators hat
die Religiosenkongregation zwei Maßnahmen zur Reform des „Werkes“ beschlossen.
Zum Einen muss die Gemeinschaft ihre Konstitutionen überarbeiten. Zum Anderen
muss sie ein Generalkapitel abhalten. Hierbei wird sie vom Visitator und zwei prominenten
Kirchenrechtlern begleitet.
Mitteilung des Bistums Feldkirch
Artikel von Radio Vatikan
Artikel auf katholisch.de
Artikel mit Video auf orf.at
Die Einberufung eines Generalkapitels erscheint insofern bemerkenswert
als dieses Instrument praktisch ausschließlich in Orden existiert. Das Werk
versteht sich aber ausdrücklich nicht als Orden und dürfte zudem erhebliche
konzeptionelle und praktische Schwierigkeiten mit den demokratischen Elementen eines
Generalkapitels haben. Es bleibt abzuwarten, ob die Gemeinschaft sich zu diesem
Schritt tatsächlich bereit finden wird und ob dabei mehr herauskommt als ein
von Vornherein von der Leitung der Gemeinschaft vorgegebener Prozess, in dessen
Verlauf jedes Mitglied genau das äußert, was ihm vorher von den
„Verantwortlichen“ in den Mund gelegt wurde. Den kirchenrechtlichen Beratern
ist zu wünschen, dass sie einem solchen, ebenso wahrscheinlichen wie
beklagenswerten, Verlauf des Kapitels Vorschub leisten können.
Zur Überarbeitung der Konstitutionen sagte uns ein kirchenrechtlicher Experte: „Die müssen neu geschrieben werden.“
Es bleibt abzuwarten, ob, wann und mit welchem Erfolg sie tatsächlich umgesetzt werden.
Thomas Felder übernimmt die Leitung der Priestergemeinschaft
Am 13.11.2016 hat Das Werk offiziell bekannt gegeben, dass Peter Willi von seinem Amt als "International Verantwortlicher der Priestergemeinschaft des Werkes" zurücktritt: Wie wir von Mitgliedern und Bekannten des Werkes wissen, ist er seit Jahren von seinen Mitbrüdern zu diesem Schritt gedrängt worden. Die Konstitutionen sehen einen solchen Amtsverzicht nur im Ausnahmefall vor.
Sein Nachfolger wird Thomas Felder. Damit bleibt die Leitung in der Hand der Familie Felder, die durch Maria Katharina (Mikle) Strolz und ihre Nichten und Neffen seit Jahrzehnten die Führung des Werkes maßgeblich bestimmen. Dass diese "Familienführung" fortgesetzt und von der Religionskongregation genehmigt wird, stimmt wenig hoffnungsvoll für die zukünftige Entwicklung der Gemeinschaft.
Sein Nachfolger wird Thomas Felder. Damit bleibt die Leitung in der Hand der Familie Felder, die durch Maria Katharina (Mikle) Strolz und ihre Nichten und Neffen seit Jahrzehnten die Führung des Werkes maßgeblich bestimmen. Dass diese "Familienführung" fortgesetzt und von der Religionskongregation genehmigt wird, stimmt wenig hoffnungsvoll für die zukünftige Entwicklung der Gemeinschaft.
Bücher
Aus aktuellem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass in den vergangenen Jahren verschiedene Bücher erschienen sind, die sich mit dem "Werk" befassen. Außerdem gibt es eine Reihe Bücher, die sich mit anderen Gemeinschaften befassen, denen ähnliche Missstände vorzuwerfen sind. Wir möchten hier einige dieser Bücher auflisten. Diese Liste werden wir in Zukunft regelmäßig auf den neuesten Stand bringen:
Bücher über Das Werk:
Rik Devillé, L'Oeuvre, un secte catholique, Edition Golias, 2001, ISBN 9782911453151
Rik Devillé, Het Werk. Een katholieke Sekte?, Van Halewyck, Leuven 1996, ISBN 90-5617-089-9
Irene Martens, Slavin van de Kerk. Kroongetuige van Het Werk, Van Halewyck, Leuven 1999, ISBN 9056171534
Doris Wagner, Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau, edition a, Wien 2014, ISBN 399001109X
Bücher über problematische "neue geistliche Gemeinschaften" im Allgemeinen:
Wolfgang Beinert Hg., "Katholischer" Fundamentalismus. Häretische Gruppen in der Kirche?, Friedrich Pustet, Regensburg 1991, ISBN 3-7917-1286-1
Gordon Urquhart, The Pope's Armada. Unlocking the Secrets of Mysterious and Powerful New Sects in The Church, Bantam Books, London 1995, ISBN 0593033884
Bücher über Das Werk:
Rik Devillé, L'Oeuvre, un secte catholique, Edition Golias, 2001, ISBN 9782911453151
Rik Devillé, Het Werk. Een katholieke Sekte?, Van Halewyck, Leuven 1996, ISBN 90-5617-089-9
Irene Martens, Slavin van de Kerk. Kroongetuige van Het Werk, Van Halewyck, Leuven 1999, ISBN 9056171534
Doris Wagner, Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau, edition a, Wien 2014, ISBN 399001109X
Bücher über problematische "neue geistliche Gemeinschaften" im Allgemeinen:
Wolfgang Beinert Hg., "Katholischer" Fundamentalismus. Häretische Gruppen in der Kirche?, Friedrich Pustet, Regensburg 1991, ISBN 3-7917-1286-1
Gordon Urquhart, The Pope's Armada. Unlocking the Secrets of Mysterious and Powerful New Sects in The Church, Bantam Books, London 1995, ISBN 0593033884
Visitator nicht Berater des Werkes
Der Visitator des Werkes ist nicht Berater des Werkes.
Die Verantwortlichen des Werkes behaupten, der Visitator wäre der Leitung des Werkes als Berater zur Seite gestellt worden. Sie geben vor, sie wären in ständigem Kontakt mit ihm und er billige die Entscheidungen und Handlungen der Leitung des Werkes. Sowohl Mitglieder des Werkes als auch Außenstehende wurden entsprechend "informiert". Sowohl Mitglieder des Werkes als auch Außenstehende haben uns diese Behauptung mitgeteilt.
Inzwischen haben wir vom Visitator persönlich erfahren, dass diese Behauptung völlig falsch ist. Er hat keinen Auftrag für Beratertätigkeit gegenüber dem Werk erhalten, übt eine solche auch nicht aus und steht nicht in ständigem Kontakt mit der Leitung des Werkes. Folglich kennt er die Entscheidungen und Handlungen der Leitung nicht und kann diese auch nicht billigen.
Die Visitation bleibt unterdessen weiterhin ohne Abschluss. Das Werk verfährt weiter wie bisher.
Offene Fragen zu sexuellen Übergriffen im Werk
Eine Reform des deutschen Sexualstrafrechtes ist vom Bundestag einstimmig beschlossen worden. Das ist der aktuelle Anlass für die Erneuerung dieses Posts. Nach dem neuen Gesetz, das sich am Grundsatz der Einvernehmlichkeit orientiert, wäre nämlich eine Verurteilung des Paters, der Doris Wagner missbraucht hat, wahrscheinlich. Wir begrüßen die Reform, auch wenn sie in diesem Fall leider zu spät kommt. Wir möchten aus diesem Anlass 1. folgende nach wie vor offenen Fragen wiederholen und 2. in Erinnerung rufen, warum die Ermittlungen im Fall "Wagner" eingestellt wurden, nämlich nicht deswegen, weil der Beschuldigte sich als unschuldig erwiesen hätte.
Nach wie vor bleiben im Fall "Wagner" gewichtige Fragen an "Das Werk" im Raum stehen:
1) Wie kann es sein, dass ein Priester des Werkes nach eigener Aussage, zu einer (wesentlich jüngeren) Schwester aus "menschlicher Zuneigung" eine "dauerhafte Beziehung" (vgl. Beschluss des Landesgerichts S. 3) anstrebt, die offenbar unverhüteten Geschlechtsverkehr einschließt? Auch das ist nach Can. 1395 CIC ein schwerer Verstoß gegen das Zölibatsgelübde und müsste kirchenrechtlich geahndet werden. Zudem kann sich jemand, der der Ideologie des "Werkes" anhängt, nicht auf "menschliche Zuneigung" berufen, vielmehr betrachtet er sie als Gefahr, von einer "dauerhaften Beziehung" ganz zu schweigen.
2) Wie kann es sein, dass es in diesem Fall kein kirchenrechtliches Verfahren gibt, sondern dem Beschuldigten nur eine "geheime Buße" auferlegt wird?
3) Wie kann es sein, dass die völlige innere und äußere Unfreiheit und der systematische geistliche Missbrauch gerade der jüngsten und abhängigsten Mitglieder der Gemeinschaft, der Novizinnen, in der säkularen und kirchenrechtlichen Beurteilung dieses Falles keine Rolle spielt, obwohl sie durch psychologische Gutachten oder anhand der fachlicher Begutachtung der Konstitutionen leicht nachweisbar wäre?
4) Wer glaubt ernsthaft, dass eine Anfang Zwanzigjährige innerlich gebrochene Frau, frei in sexuelle Handlungen einstimmt, die von einem über Vierzigjährigen Oberen an ihr vorgenommen werden, nachdem sie gerade erst ihr feierliches Jungfräulichkeitsgelübde abgelegt hat, wo sie doch laut der der Ideologie des Werkes in der Jungfräulichkeit ihre höchste Lebensbestimmung sehen muss? Und wer glaubt ernsthaft, dass ihr durch andere Obere des "Werkes" Hilfe zuteil geworden wäre?
5) Wie frei sind Schwestern des Werkes tatsächlich, sich innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft Hilfe zu holen, wenn sie von einem (hierarchisch höhergestellten) Mitbruder sexuell bedrängt werden?
6) Was geschieht im Fall, dass eine Schwester durch solche Übergriffe schwanger wird? Uns liegen Dokumente vor, in denen ausgesagt wird, dass in mindestens einem (weiteren) solchen Fall eine Betroffene zur Abtreibung gezwungen wurde.
7) Wann nimmt das Werk öffentlich zu anderen Fällen Stellung, in denen ehemalige Schwestern des "Werkes" von Priestern sexuell bedrängt, missbraucht und vergewaltigt wurden? Der mittlerweile suspendierte Jos Corstjens hat mindestens eine ehemalige Schwester des Werkes mehrfach vergewaltigt, Irene Martens wurde als Schwester des "Werkes" missbraucht und berichtete in ihrem Buch von weiteren missbrauchten Schwestern, die zum Teil bis heute im "Werk" sind. - Wie viele Schwestern des Werkes sind Opfer sexueller Übergriffe geworden?
Warum das Verfahren im Fall "Wagner" eingestellt wurde
In Vergewaltigungs- und Missbrauchsfällen wird von Seiten der Täter oder der Gruppen, denen sie angehören, gerne darauf hingewiesen, dass es keine gerichtliche Verurteilung gegeben hätte. So auch im Falle des Paters, der Doris Wagner 2008 mehrfach vergewaltigt hat. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Damit ist allerdings nicht belegt, dass der Beschuldigte unschuldig wäre.
"Das Werk" "verkauft" diese Einstellung der Ermittlungen in seiner Stellungnahme zwar als eine Art "Beweis" für die Unschuld des Paters. Doch das ist falsch: Durch die Einstellung des Verfahrens weist die Staatsanwaltschaft nicht den Vorwurf der Vergewaltigung zurück, sondern das Gericht erkennt lediglich an, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist. Das liegt zum einen an Mängeln des Sexualstrafrechtes, für das es lange Zeit unerheblich war, ob der Täter sich über den Willen des Opfers hinweggesetzt hat. Zum anderen liegt es an der Aussage des Beschuldigten. Nach der Strafrechtsreform 2016 wäre der Fall höchst wahrscheinlich strafbar, weil der entgegenstehende Wille des Opfers Berücksichtigung finden würde.
Zur Nachvollziehbarkeit des Falles dokumentieren wir hier den Beschluss des Landesgerichts Feldkirch.
Das Gericht stellt nicht in Frage,
1) dass es zu sexuellen Handlungen des Beschuldigten am Opfer gekommen ist.
2) dass das Opfer sich zu diesem Zeitpunkt wehrlos gefühlt hat und dass eine solche Wehrlosigkeit auch durch ein psychologisches Gutachten nachgewiesen werden könnte.
3) dass das Opfer im Werk nicht frei mit anderen Personen kommunizieren konnte.
4) dass der Beschuldigte wesentlich älter, körperlich stärker und hierarchisch höhergestellt war als das Opfer.
Es muss allerdings zur Kenntnis nehmen
1) dass der Beschuldigte die Handlungen als einvernehmlich schildert (wobei die Umstände der Tat, die Jungfräulichkeits-Ideologie des Werkes u.a., die diese Aussage absurd erscheinen lassen, nicht berücksichtigt werden)
2) dass er auch nach Aussage des Opfers keine grobe Gewalt angewendet hat (was für die Erfüllung des Straftatbestandes "Vergewaltigung" nach der damaligen Gesetzeslage unerlässlich war).
3) dass ihm nach dem Dafürhalten des Gerichtes nicht sicher nachgewiesen werden könnte, dass er sich der Wehrlosigkeit des Opfers bewusst war (was angesichts der Umstände und der Rolle des Täters als leitender Verantwortlicher im Werk, aber tatsächlich leicht nachweisbar sein dürfte)
Der damalige juristische Umgang mit Fällen dieser Art war fragwürdig und widersprach der Europäischen Konvention, weil er Täter in vielen Fällen, besonders jene, in denen Wehrlosigkeit, Angst und psychischer Druck eine Rolle spielen, praktisch ungestraft lässt. Aus diesem Grund hat der djb (Deutscher Juristinnenbund) ein Grundsatzpapier vorgelegt, in dem er diese Schwachstellen des Sexualstrafrechtes darstellt und eine Reform durch den Gesetzgeber fordert.
Nach wie vor bleiben im Fall "Wagner" gewichtige Fragen an "Das Werk" im Raum stehen:
1) Wie kann es sein, dass ein Priester des Werkes nach eigener Aussage, zu einer (wesentlich jüngeren) Schwester aus "menschlicher Zuneigung" eine "dauerhafte Beziehung" (vgl. Beschluss des Landesgerichts S. 3) anstrebt, die offenbar unverhüteten Geschlechtsverkehr einschließt? Auch das ist nach Can. 1395 CIC ein schwerer Verstoß gegen das Zölibatsgelübde und müsste kirchenrechtlich geahndet werden. Zudem kann sich jemand, der der Ideologie des "Werkes" anhängt, nicht auf "menschliche Zuneigung" berufen, vielmehr betrachtet er sie als Gefahr, von einer "dauerhaften Beziehung" ganz zu schweigen.
2) Wie kann es sein, dass es in diesem Fall kein kirchenrechtliches Verfahren gibt, sondern dem Beschuldigten nur eine "geheime Buße" auferlegt wird?
3) Wie kann es sein, dass die völlige innere und äußere Unfreiheit und der systematische geistliche Missbrauch gerade der jüngsten und abhängigsten Mitglieder der Gemeinschaft, der Novizinnen, in der säkularen und kirchenrechtlichen Beurteilung dieses Falles keine Rolle spielt, obwohl sie durch psychologische Gutachten oder anhand der fachlicher Begutachtung der Konstitutionen leicht nachweisbar wäre?
4) Wer glaubt ernsthaft, dass eine Anfang Zwanzigjährige innerlich gebrochene Frau, frei in sexuelle Handlungen einstimmt, die von einem über Vierzigjährigen Oberen an ihr vorgenommen werden, nachdem sie gerade erst ihr feierliches Jungfräulichkeitsgelübde abgelegt hat, wo sie doch laut der der Ideologie des Werkes in der Jungfräulichkeit ihre höchste Lebensbestimmung sehen muss? Und wer glaubt ernsthaft, dass ihr durch andere Obere des "Werkes" Hilfe zuteil geworden wäre?
5) Wie frei sind Schwestern des Werkes tatsächlich, sich innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft Hilfe zu holen, wenn sie von einem (hierarchisch höhergestellten) Mitbruder sexuell bedrängt werden?
6) Was geschieht im Fall, dass eine Schwester durch solche Übergriffe schwanger wird? Uns liegen Dokumente vor, in denen ausgesagt wird, dass in mindestens einem (weiteren) solchen Fall eine Betroffene zur Abtreibung gezwungen wurde.
7) Wann nimmt das Werk öffentlich zu anderen Fällen Stellung, in denen ehemalige Schwestern des "Werkes" von Priestern sexuell bedrängt, missbraucht und vergewaltigt wurden? Der mittlerweile suspendierte Jos Corstjens hat mindestens eine ehemalige Schwester des Werkes mehrfach vergewaltigt, Irene Martens wurde als Schwester des "Werkes" missbraucht und berichtete in ihrem Buch von weiteren missbrauchten Schwestern, die zum Teil bis heute im "Werk" sind. - Wie viele Schwestern des Werkes sind Opfer sexueller Übergriffe geworden?
Warum das Verfahren im Fall "Wagner" eingestellt wurde
In Vergewaltigungs- und Missbrauchsfällen wird von Seiten der Täter oder der Gruppen, denen sie angehören, gerne darauf hingewiesen, dass es keine gerichtliche Verurteilung gegeben hätte. So auch im Falle des Paters, der Doris Wagner 2008 mehrfach vergewaltigt hat. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Damit ist allerdings nicht belegt, dass der Beschuldigte unschuldig wäre.
"Das Werk" "verkauft" diese Einstellung der Ermittlungen in seiner Stellungnahme zwar als eine Art "Beweis" für die Unschuld des Paters. Doch das ist falsch: Durch die Einstellung des Verfahrens weist die Staatsanwaltschaft nicht den Vorwurf der Vergewaltigung zurück, sondern das Gericht erkennt lediglich an, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist. Das liegt zum einen an Mängeln des Sexualstrafrechtes, für das es lange Zeit unerheblich war, ob der Täter sich über den Willen des Opfers hinweggesetzt hat. Zum anderen liegt es an der Aussage des Beschuldigten. Nach der Strafrechtsreform 2016 wäre der Fall höchst wahrscheinlich strafbar, weil der entgegenstehende Wille des Opfers Berücksichtigung finden würde.
Zur Nachvollziehbarkeit des Falles dokumentieren wir hier den Beschluss des Landesgerichts Feldkirch.
Das Gericht stellt nicht in Frage,
1) dass es zu sexuellen Handlungen des Beschuldigten am Opfer gekommen ist.
2) dass das Opfer sich zu diesem Zeitpunkt wehrlos gefühlt hat und dass eine solche Wehrlosigkeit auch durch ein psychologisches Gutachten nachgewiesen werden könnte.
3) dass das Opfer im Werk nicht frei mit anderen Personen kommunizieren konnte.
4) dass der Beschuldigte wesentlich älter, körperlich stärker und hierarchisch höhergestellt war als das Opfer.
Es muss allerdings zur Kenntnis nehmen
1) dass der Beschuldigte die Handlungen als einvernehmlich schildert (wobei die Umstände der Tat, die Jungfräulichkeits-Ideologie des Werkes u.a., die diese Aussage absurd erscheinen lassen, nicht berücksichtigt werden)
2) dass er auch nach Aussage des Opfers keine grobe Gewalt angewendet hat (was für die Erfüllung des Straftatbestandes "Vergewaltigung" nach der damaligen Gesetzeslage unerlässlich war).
3) dass ihm nach dem Dafürhalten des Gerichtes nicht sicher nachgewiesen werden könnte, dass er sich der Wehrlosigkeit des Opfers bewusst war (was angesichts der Umstände und der Rolle des Täters als leitender Verantwortlicher im Werk, aber tatsächlich leicht nachweisbar sein dürfte)
Der damalige juristische Umgang mit Fällen dieser Art war fragwürdig und widersprach der Europäischen Konvention, weil er Täter in vielen Fällen, besonders jene, in denen Wehrlosigkeit, Angst und psychischer Druck eine Rolle spielen, praktisch ungestraft lässt. Aus diesem Grund hat der djb (Deutscher Juristinnenbund) ein Grundsatzpapier vorgelegt, in dem er diese Schwachstellen des Sexualstrafrechtes darstellt und eine Reform durch den Gesetzgeber fordert.
Visitation immer noch nicht abgeschlossen
Die Apostolische Visitation der Geistlichen Familie Das Werk, die von Papst Benedikt XVI. 2012 angeordnet wurde, und 2014 mit dem Bericht des Visitators endete, ist bis jetzt noch nicht abgeschlossen.
Zwar liegt der Abschlussbericht des Visitators der Religiosenkongregation seit bald zwei Jahren vor, welche Maßnahmen die Kongregation auf Grundlage dieses Berichts ergreifen wird, ist aber nach wie vor offen. Leider besteht auch keinerlei Möglichkeit in Erfahrung zu bringen, wann der Entschluss der Kongregation fallen wird.
Es ist bedauerlich, dass die teils gravierenden Missstände im "Werk" nach wie vor bestehen, Verantwortliche, die sich schwerer Versäumnisse und Vergehen schuldig gemacht haben, weiterhin im Amt sind, keine Trennung von Forum Internem und Forum Externum besteht und Mitgliedern grundlegende Rechte vorenthalten werden.
Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir weiterhin auf eine baldige Entscheidungsfindung der Religiosenkonkgregation drängen, selbst wenn, wie bisher, unsere Briefe und Nachfragen nicht beantwortet werden.
Zwar liegt der Abschlussbericht des Visitators der Religiosenkongregation seit bald zwei Jahren vor, welche Maßnahmen die Kongregation auf Grundlage dieses Berichts ergreifen wird, ist aber nach wie vor offen. Leider besteht auch keinerlei Möglichkeit in Erfahrung zu bringen, wann der Entschluss der Kongregation fallen wird.
Es ist bedauerlich, dass die teils gravierenden Missstände im "Werk" nach wie vor bestehen, Verantwortliche, die sich schwerer Versäumnisse und Vergehen schuldig gemacht haben, weiterhin im Amt sind, keine Trennung von Forum Internem und Forum Externum besteht und Mitgliedern grundlegende Rechte vorenthalten werden.
Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir weiterhin auf eine baldige Entscheidungsfindung der Religiosenkonkgregation drängen, selbst wenn, wie bisher, unsere Briefe und Nachfragen nicht beantwortet werden.
Nach dem Austritt vor dem Nichts
Angehörige von Ordensgemeinschaften und anderen Gemeinschaften des geweihten Lebens sind bezüglich ihrer Mitgliedschaft nicht so frei, wie man meinen möchte. Für viele kommt ein Austritt nicht in Frage, selbst wenn sie ihn wünschen, weil sie nach einem Austritt finanziell praktisch vor dem Nichts stehen.
Das gilt vor allem für Schwestern in fortgeschrittenem Alter. Während Patres relativ leicht in eine Diözese wechseln und dort weiterhin als Priester wirken können und in jeder Hinsicht abgesichert sind, haben Schwestern große Schwierigkeiten, den Wechsel in ein Berufsleben zu finden und eine ausreichende Altersversorgung zu erwirtschaften.
Wenn - wie im "Werk" - manche Schwestern in der Gemeinschaft keine Berufsausbildung erhalten haben oder eine Ausübung ihres Berufes lange zurückliegt, verschärft sich die Lage für Betroffene noch erheblich.
Zwar gibt es eine gesetzliche Pflicht zur Nachversicherung von ausgeschiedenen Ordensangehörigen, diese fällt aber mitunter so gering aus, dass ehemalige Schwestern im Pensionsalter kaum davon leben können bzw. der Staat die Bezüge aufstocken muss.
Stellungnahme zur Stellungnahme
Als ich 2014 mein Buch "Nicht mehr ich" veröffentlichte, erschien kurz darauf eine Stellungnahme des "Werkes" zu diesem Buch und seiner Veröffentlichung. Diese wurde mehrmals geändert, unter anderem dahingehend, dass eine Art Reuebekenntnis an den Schluss gestellt wurde.
Dennoch spricht der Text für sich. Er verzichtet auf die wesentlichen Elemente der Textform Stellungnahme, er nimmt nämlich überhaupt keine Stellung zu den sehr konkreten Vorwürfen im Buch. Umso mehr reagiert er emotional und verletzt, es sei bedauerlich, dass ich dieses Buch geschrieben habe und manche Mitglieder fühlten sich "bloßgestellt". Zugleich wird aber nichts von dem, was ich geschrieben habe, widerlegt.
Dazu möchte ich den Verantwortlichen im "Werk" sagen: Ihr wisst, dass ich sehr genau, nüchtern und ohne Polemik beschrieben habe, wie es im "Werk" zugeht und was ich dort erlebt habe. Daran dass ich das getan habe, ist nichts bedauerlich, im Gegenteil: Menschen, die andere Menschen hinter Klostermauern systematisch ihrer inneren Freiheit berauben, sie erniedrigen und in verschiedener Hinsicht missbrauchen, und sich bei alledem noch unter Berufung auf Gott und durch den Schutz der kirchlichen Hierarchie gerechtfertigt fühlen, haben keine Recht darauf, dass man sie in Ruhe weitermachen lässt. Mein Buch ist daher kein "Angriff", sondern ein Akt der Aufklärung, mit dem ich euch in Wirklichkeit einen Dienst erweise, denn wenn ihr wirklich einfach nur Gott dienen wolltet und das Wohl eurer Mitglieder im Sinn hättet, würde mein Buch euch darauf hinweisen, dass euch das nicht so ganz geglückt ist. Ihr könntet also davon profitieren, euch ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was ihr besser machen könnt. Zum Beispiel könntet ihr euch an die grundlegendsten kirchenrechtlichen Normen bezüglich der Gewissensfreiheit, des Beichtgeheimnisses und der freien Wahl geistlicher Begleitung halten. Oder ihr könntet euren Mitgliedern wenigstens eine Stunde Freizeit am Tag und freien Kontakt untereinander und zu ihren Angehörigen zugestehen. - Kleiner Vorschlag meinerseits.
Vor allem reiht die Stellungnahme Behauptungen aneinander und indem der Text sagt, meine Anzeige wegen Vergewaltigung wäre von der Staatsanwaltschaft als unbegründet zurückgewiesen worden, scheut er sich nicht einmal zu lügen.
Damit zeigt der Text deutlich, was er bemüht ist zu widerlegen: Das "Werk" ist an Aufklärung nicht interessiert, vielmehr ist es intransparent und pflegt einen Opfermythos: Es sieht sich selbst als Opfer von "Verfolgungen" und "Angriffen", die übrigens laut Konstitutionen "von innen und außen"* kommen können. Jedes Benennen von Missständen, jede Form von noch so berechtigter Kritik, jedes Einklagen von Rechten, ja jeder Versuch der Veränderung oder Hilfestellung wird als "Angriff" betrachtet und von vornherein niedergebügelt. Das führt dazu, dass die Gemeinschaft sich umso mehr im Recht fühlt - und sich nicht verändern kann. Derselbe Mechanismus ist in der Kirche leider immer wieder im Umgang mit Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs zum Tragen gekommen.
Ohne es zu wollen, leistet das "Werk" mit dieser Stellungnahme einen Offenbarungseid. Daher erlaube ich mir ein paar Tipps für das nächste Mal:
Liebe Verantwortliche im "Werk",
ich habe euch Zeit gelassen, euch zu besinnen und die Stellungnahme doch noch ein viertes oder fünftes Mal umzuformulieren. Ich habe euch viel Zeit gelassen, denn ich weiß, dass ihr nicht die Schnellsten seid. Nun halte ich den Zeitpunkt für gekommen, euch ein paar Tipps für eure nächste Stellungnahme zu geben: Stellt euch vor: Selbst wenn ihr meint, nichts falsch gemacht zu haben, müsst ihr, wenn man euch glauben soll, anders reagieren. Eine Stellungnahme (hier seht ihr, wie sie inhaltlich aufgebaut sein sollte) auf ein Buch wie meines oder auf ähnliche Vorwürfe eines Ex-Mitgliedes müsste - schon aus taktischen Gründen - so aussehen:
1) Nicht wertende Kenntnisnahme
2) Erkennen und Benennen der zentralen konkreten Vorwürfe
(vielleicht habt ihr wirklich nicht gemerkt, um welche Vorwürfe es eigentlich geht, weil ihr es für so normal haltet, wie ihr mit Mitgliedern umgeht? Ich helfe euch. Lest hier nochmal nach: Das sind einige der wichtigsten Vorwürfe, die ich in meinem Buch erhebe)
3) Stellungnahme zu den konkreten Vorwürfen
4) Ein irgendwie versöhnlicher Schluss
Damit verleiht ihr der Hoffnung Ausdruck, dass es durch die Widerlegung der Vorwürfe und die Beseitigung der Missstände eine Versöhnung geben kann, eine Art captatio benevolentiae am Schluss. Das habt ihr in der letzten Version der Stellungnahme schon einigermaßen gut hinbekommen. Auch wenn man ihr anmerkt, dass es euch vor allem darum geht, dass solche Vorwürfe in Zukunft nicht mehr erhoben werden, und weniger darum, dass die Missstände beseitigt werden.
Schade. Vielleicht gelingt es euch beim nächsten Mal besser...
Doris Wagner
Dennoch spricht der Text für sich. Er verzichtet auf die wesentlichen Elemente der Textform Stellungnahme, er nimmt nämlich überhaupt keine Stellung zu den sehr konkreten Vorwürfen im Buch. Umso mehr reagiert er emotional und verletzt, es sei bedauerlich, dass ich dieses Buch geschrieben habe und manche Mitglieder fühlten sich "bloßgestellt". Zugleich wird aber nichts von dem, was ich geschrieben habe, widerlegt.
Dazu möchte ich den Verantwortlichen im "Werk" sagen: Ihr wisst, dass ich sehr genau, nüchtern und ohne Polemik beschrieben habe, wie es im "Werk" zugeht und was ich dort erlebt habe. Daran dass ich das getan habe, ist nichts bedauerlich, im Gegenteil: Menschen, die andere Menschen hinter Klostermauern systematisch ihrer inneren Freiheit berauben, sie erniedrigen und in verschiedener Hinsicht missbrauchen, und sich bei alledem noch unter Berufung auf Gott und durch den Schutz der kirchlichen Hierarchie gerechtfertigt fühlen, haben keine Recht darauf, dass man sie in Ruhe weitermachen lässt. Mein Buch ist daher kein "Angriff", sondern ein Akt der Aufklärung, mit dem ich euch in Wirklichkeit einen Dienst erweise, denn wenn ihr wirklich einfach nur Gott dienen wolltet und das Wohl eurer Mitglieder im Sinn hättet, würde mein Buch euch darauf hinweisen, dass euch das nicht so ganz geglückt ist. Ihr könntet also davon profitieren, euch ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was ihr besser machen könnt. Zum Beispiel könntet ihr euch an die grundlegendsten kirchenrechtlichen Normen bezüglich der Gewissensfreiheit, des Beichtgeheimnisses und der freien Wahl geistlicher Begleitung halten. Oder ihr könntet euren Mitgliedern wenigstens eine Stunde Freizeit am Tag und freien Kontakt untereinander und zu ihren Angehörigen zugestehen. - Kleiner Vorschlag meinerseits.
Vor allem reiht die Stellungnahme Behauptungen aneinander und indem der Text sagt, meine Anzeige wegen Vergewaltigung wäre von der Staatsanwaltschaft als unbegründet zurückgewiesen worden, scheut er sich nicht einmal zu lügen.
Damit zeigt der Text deutlich, was er bemüht ist zu widerlegen: Das "Werk" ist an Aufklärung nicht interessiert, vielmehr ist es intransparent und pflegt einen Opfermythos: Es sieht sich selbst als Opfer von "Verfolgungen" und "Angriffen", die übrigens laut Konstitutionen "von innen und außen"* kommen können. Jedes Benennen von Missständen, jede Form von noch so berechtigter Kritik, jedes Einklagen von Rechten, ja jeder Versuch der Veränderung oder Hilfestellung wird als "Angriff" betrachtet und von vornherein niedergebügelt. Das führt dazu, dass die Gemeinschaft sich umso mehr im Recht fühlt - und sich nicht verändern kann. Derselbe Mechanismus ist in der Kirche leider immer wieder im Umgang mit Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs zum Tragen gekommen.
Ohne es zu wollen, leistet das "Werk" mit dieser Stellungnahme einen Offenbarungseid. Daher erlaube ich mir ein paar Tipps für das nächste Mal:
Liebe Verantwortliche im "Werk",
ich habe euch Zeit gelassen, euch zu besinnen und die Stellungnahme doch noch ein viertes oder fünftes Mal umzuformulieren. Ich habe euch viel Zeit gelassen, denn ich weiß, dass ihr nicht die Schnellsten seid. Nun halte ich den Zeitpunkt für gekommen, euch ein paar Tipps für eure nächste Stellungnahme zu geben: Stellt euch vor: Selbst wenn ihr meint, nichts falsch gemacht zu haben, müsst ihr, wenn man euch glauben soll, anders reagieren. Eine Stellungnahme (hier seht ihr, wie sie inhaltlich aufgebaut sein sollte) auf ein Buch wie meines oder auf ähnliche Vorwürfe eines Ex-Mitgliedes müsste - schon aus taktischen Gründen - so aussehen:
1) Nicht wertende Kenntnisnahme
2) Erkennen und Benennen der zentralen konkreten Vorwürfe
(vielleicht habt ihr wirklich nicht gemerkt, um welche Vorwürfe es eigentlich geht, weil ihr es für so normal haltet, wie ihr mit Mitgliedern umgeht? Ich helfe euch. Lest hier nochmal nach: Das sind einige der wichtigsten Vorwürfe, die ich in meinem Buch erhebe)
3) Stellungnahme zu den konkreten Vorwürfen
entweder mit einer begründeten und glaubhaften Zurückweisung (Leider könnt ihr sowas nicht schreiben wie: "Doris Wagner hat selbstverständlich schon vor dem Eintritt die gesamten Konstitutionen überreicht bekommen" oder "einen Zwang zur Gewissenseröffnung gegenüber Vorgesetzten gibt es im Werk nicht" oder "Alle unsere Mitglieder sind völlig frei in der Wahl ihrer geistlichen Begleitung, ihrer Freunde, Freizeitgestaltung, Lektüre" oder "Wir legen (wie das Bistum Köln) ab sofort unseren Finanzplan offen" etc. - Schade!)
oder mit einem Versprechen, diese Vorwürfe ernstzunehmen, zu prüfen und evtl. Missstände aufzuklären und sie zu beseitigen. Hier bieten sich Floskeln wie "Null-Toleranz", "lückenlose Aufklärung" oder "Vertrauen wiederherstellen" an. (Hinweis: dass ihr das dann wirklich tut, sagt ja keiner. Aber ihr hättet wenigstens den Anschein von Anständigkeit erweckt und eure Glaubwürdigkeit gewahrt).
4) Ein irgendwie versöhnlicher Schluss
Damit verleiht ihr der Hoffnung Ausdruck, dass es durch die Widerlegung der Vorwürfe und die Beseitigung der Missstände eine Versöhnung geben kann, eine Art captatio benevolentiae am Schluss. Das habt ihr in der letzten Version der Stellungnahme schon einigermaßen gut hinbekommen. Auch wenn man ihr anmerkt, dass es euch vor allem darum geht, dass solche Vorwürfe in Zukunft nicht mehr erhoben werden, und weniger darum, dass die Missstände beseitigt werden.
Schade. Vielleicht gelingt es euch beim nächsten Mal besser...
Doris Wagner
*"Die zentrale Leitung ist verantwortlich für die Verteidigung der Familie des "Werkes", wenn sie Angriffen von außen oder innen ausgesetzt ist oder sich besondere Gefährdungen aus Notsituationen ergeben." Konst. X, 43d
Spotlight und der Missbrauch in geistlichen Gemeinschaften
Pierre Vignon, Priester und Richter am Kirchengericht von Lyon, hat den Film Spotlight, über ein Team von investigativen Journalisten, die den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester in der Diözese Boston aufgedeckt haben, zum Anlass genommen, einen Artikel in Esprit zu schreiben. Sein Titel lautet: Faut-il rallumer le Spotlight? (Muss Spotlight wieder eingeschaltet werden?). Er beobachtet, dass das "System" des geistlichen Missbrauchs in der Kirche nach wie vor besteht. Als Beispiel hierfür nennt er ausdrücklich neue geistliche Gemeinschaften und erwähnt, dass die französische Bischofskonferenz eine Arbeitsgruppe zum Kampf gegen sektenähnliche Gemeinschaften eingerichtet hat. Zugleich geht er davon aus, dass wie vor 15 Jahren in Boston auch heute Nachforschungen und Enthüllungen von Journalisten nötig seien, um weitere Opfer von geistlichem Missbrauch in sektenähnlichen Gemeinschaften innerhalb der Kirche zu verhindern.
Menschen, die "Das Werk" oder ähnliche "neue Gemeinschaften" kennen, wird es nicht schwer fallen, Pierre Vignon zuzustimmen. Die letzten Absätze seines Artikels hier in deutscher Übersetzung:
Der geistliche Missbrauch geht weiter. Er besteht in der Vergewaltigung des Gewissens, in sexuellem Missbrauch, Betrug oder Zwangsarbeit. Es gibt ihn in alten Ordensgemeinschaften, in denen nie ausgeschlossen werden kann, dass Obere Ordensangehörigen ihre persönliche Paranoia aufzwingen. Es gibt ihn auch in den sogenannten "neuen" Gemeinschaften, in denen eine verantwortungslose Leitung bisweilen alle Arten von Missbrauch unter dem Anschein des Guten zulässt. Schließlich sind auch die Bistümer nicht zu vergessen, in denen zuweilen das Gesetz des Schweigens herrscht und es an bischöflicher Wachsamkeit mangelt.
Jetzt kommen diese Fälle ans Licht, in Frankreich und anderswo. An diesem Punkt ist Spotlight ein Weckruf: Die Nachforschungen und Enthüllungen der Journalisten sind notwendig, damit den Opfern Gerechtigkeit widerfährt und damit weitere Opfer verhindert werden, die sich - wie der Film anschaulich macht - oft unter den Schwächsten und Unschuldigsten finden.
Pierre Vignon, Priester und Richter am Kirchengericht von Lyon.
J. Corstjens wegen Missbrauchs suspendiert
Jos Corstjens, Priester des Bistums Hasselt, der wiederholt minderjährige junge Mädchen sexuell belästigt und missbraucht hat, ist suspendiert worden. Die arbitragecommissie (Unabhängige Schlichtungskommission) hat darüberhinaus die Zahlung der maximalen Entschädigungssumme gewährt. Corstjens darf nun keinerlei priesterliche Aufgaben mehr ausführen.
In den 1980er Jahren rekrutierte er junge belgische Mädchen für "Das Werk". Einige von ihnen sind bis heute Schwestern des "Werkes". Andere haben die Gemeinschaft verlassen und Corstjens des Missbrauchs bezichtigt. Dennoch ging Corstjens weiterhin im Werk ein und aus. Das Werk hat sich bis heute nicht offiziell von ihm distanziert, sondern stand bis vor Kurzem noch mit ihm in Kontakt. Schwestern des Werkes übernahmen Dienste in seinem Haushalt.
Zuletzt wirkte er in einem Altenheim in Bocholt.
In den 1980er Jahren rekrutierte er junge belgische Mädchen für "Das Werk". Einige von ihnen sind bis heute Schwestern des "Werkes". Andere haben die Gemeinschaft verlassen und Corstjens des Missbrauchs bezichtigt. Dennoch ging Corstjens weiterhin im Werk ein und aus. Das Werk hat sich bis heute nicht offiziell von ihm distanziert, sondern stand bis vor Kurzem noch mit ihm in Kontakt. Schwestern des Werkes übernahmen Dienste in seinem Haushalt.
Zuletzt wirkte er in einem Altenheim in Bocholt.
Apostolische Visitation beendet
Die Apostolische Visitation des "Werkes" ist Mitte Dezember 2014 abgeschlossen worden. Die Ordenskongregation wird demnächst auf der Grundlage der vorliegenden Dokumente entscheiden, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Eine amtliche Bekanntmachung der Entscheidungen wird es vermutlich nicht geben.
Sexueller Missbrauch von Minderjährigen im Werk
Priester J. Corstjens missbrauchte immer wieder junge Mädchen. Er lud sie zu Einkehrtagen im "Werk" ein und nutzte die Gelegenheit, Mädchen zu vergewaltigen. Immer wieder betäubte er sie zu diesem Zweck. Dabei genoss er das Vertrauen der Eltern der Mädchen. Die Leitung der Gemeinschaft hat zu diesen Vorfällen keine Stellung genommen.
Artikel zu den Fällen finden sich leider nur auf Niederländisch, sind aber mitunter auch für Deutsche verständlich:
Apostolische Visitation in Kürze beendet
Im Sommer 2012 haben einige Ex-Mitglieder des "Werkes" ihre Erfahrungen während ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens mitgeteilt. Daraufhin wurde im Herbst desselben Jahres vom Heiligen Stuhl eine Apostolische Visitation angeordnet, d. h. eine außerordentliche Untersuchung durch einen Sonderbeauftragten des Papstes "zur Feststellung und Behebung von Mängeln" (LKR 997). Es handelte sich hierbei nicht um eine routinemäßige Angelegenheit, sondern um eine außerordentliche Untersuchung aus gegebenem Anlass.
Inzwischen hat der Visitator die Gemeinschaft gründlich untersucht und sich Zeit genommen mit beinahe allen Mitgliedern des "Werkes" in verschiedenen Ländern persönlich zu sprechen. Darüberhinaus hat er auch Ex- Mitglieder getroffen und ihnen ausführlich zugehört. Das von ihm gesammelte Material hat er in einem Bericht zusammengefasst und der Religiosenkongregation übergeben. Es obliegt nun der Kongregation Maßnahmen im Blick auf das "Werk" zu treffen. Sobald die Kongregation ihre Entscheidungen fällt, ist die Visitation abgeschlossen.
Aufgrund der rezenten medialen Aufmerksamkeit haben sich weitere Ex-Mitglieder gemeldet, die bisher noch keinen Kontakt mit dem Visitator hatten. Auch ihre Erfahrungen werden nun an die Kongregation weitergeleitet und fließen noch in die laufende Visitation mit ein.
Inzwischen hat der Visitator die Gemeinschaft gründlich untersucht und sich Zeit genommen mit beinahe allen Mitgliedern des "Werkes" in verschiedenen Ländern persönlich zu sprechen. Darüberhinaus hat er auch Ex- Mitglieder getroffen und ihnen ausführlich zugehört. Das von ihm gesammelte Material hat er in einem Bericht zusammengefasst und der Religiosenkongregation übergeben. Es obliegt nun der Kongregation Maßnahmen im Blick auf das "Werk" zu treffen. Sobald die Kongregation ihre Entscheidungen fällt, ist die Visitation abgeschlossen.
Aufgrund der rezenten medialen Aufmerksamkeit haben sich weitere Ex-Mitglieder gemeldet, die bisher noch keinen Kontakt mit dem Visitator hatten. Auch ihre Erfahrungen werden nun an die Kongregation weitergeleitet und fließen noch in die laufende Visitation mit ein.
Gehirnwäsche
Seit Jahrzehnten weisen Bischöfe, Theologen, Journalisten und Betroffene (Ex-Mitglieder und Eltern von Mitgliedern) auf die verheerenden Folgen der sog. "Formung" in fundamentalistischen kath. Gruppierungen hin. Wie mit den Mitgliedern umgegangen wird, gleicht sich auf verblüffende Weise, unabhängig davon, um welche Gemeinschaft es sich handelt. Der Ex-Focolarino Gordon Urquhart hat diese Methoden verglichen und acht Merkmale ausgemacht, die alle von ihm untersuchten Gruppen aufweisen. Obwohl das Werk höchstwahrscheinlich nicht zu den Gemeinschaften gehört, die er im Blick hatte, treffen doch alle diese Merkmale auch haargenau auf das Werk zu:
1. Die Gruppen versuchen, sich die Verfügungsgewalt zu sichern über alles, was der Einzelne zu sehen, zu hören und zu lesen bekommt, dann über alles, was er schreibt, erlebt und ausdrückt. Dem Einzelnen werden gezielt die Möglichkeiten genommen, nachzudenken und persönlich zu entscheiden.
2. Kontrolleure schaffen eine Lage, die den Beteiligten bestimmte Verhaltensmuster und Gefühle aufzwingt, so etwa den Zwang zum ständigen Lächeln und zur Fröhlichkeit. Das Bemühen, solche Verhaltensweisen in isolierten Umgebungen ohne Außenkontakte aufrechtzuerhalten, schafft euphorische Gefühle. Die Kontrolleure erzeugen "eine mystische Aura um die manipulierenden Institutionen". Die Opfer fühlen sich als ausgewählte Werkzeuge.
3. Es wird vermittelt, dass nur das das Gute ist, was mit der eigenen Ideologie übereinstimmt. Dem Einzelnen wird beigebracht, dass er nur dann rein sein werde, wenn er sich nach der Botschaft seiner Gemeinschaft verhalte.
4. Die Reinheit wird in offenen Beichten und Selbstbeschuldigungen überprüft und zu Neurosen fortentwickelt. Auf diese Weise entsteht Abhängigkeit durch Schuldgefühle. Sich preiszugeben bedeutet sich selbst aufzugeben, was allerdings nur von einfachen Mitgliedern verlangt wird. Die Vorgesetzten halten sich persönlich bedeckt und lassen sich nicht in die Karten schauen. Ständig abzuliefernde Erfahrungsberichte ihrer Untergebenen sichern denen ganz oben Herrschaftswissen, das bis hin zur Erpressung Einzelner genutzt werden kann.
5. Die Organisation vermittelt ihr zentrales Dogma als das Ideal für die Ordnung des menschlichen Daseins.
6. Standardisierte Wortwahl und Insiderformeln sowie ein sektenartiger Hausjargon lenken das Denken und fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl.
7. Veränderungen der Persönlichkeit werden anhand ständiger Berichte überprüft. Es gibt keine Privat- oder Intimsphäre mehr.
8. Schließlich gewährt die Organisation dem Unterworfenen bzw. Entmündigten eine Art Beförderung zum höheren Dasein, zur Einheit mit den Gründungsidealen. Die so "Belohnten" leiten daraus dann die Verpflichtung zum absoluten Gehorsam ab.
in: Gordon Urquhart, Im Namen des Papstes. Die verschwiegenen Truppen des Vatikans, München 1995. Zitiert nach: Hans-Peter Oschwald, Im Namen des Heiligen Vaters. Wie fundamentalistische Mächte den Vatikan steuernHeyne 2010, 24-25.
1. Die Gruppen versuchen, sich die Verfügungsgewalt zu sichern über alles, was der Einzelne zu sehen, zu hören und zu lesen bekommt, dann über alles, was er schreibt, erlebt und ausdrückt. Dem Einzelnen werden gezielt die Möglichkeiten genommen, nachzudenken und persönlich zu entscheiden.
2. Kontrolleure schaffen eine Lage, die den Beteiligten bestimmte Verhaltensmuster und Gefühle aufzwingt, so etwa den Zwang zum ständigen Lächeln und zur Fröhlichkeit. Das Bemühen, solche Verhaltensweisen in isolierten Umgebungen ohne Außenkontakte aufrechtzuerhalten, schafft euphorische Gefühle. Die Kontrolleure erzeugen "eine mystische Aura um die manipulierenden Institutionen". Die Opfer fühlen sich als ausgewählte Werkzeuge.
3. Es wird vermittelt, dass nur das das Gute ist, was mit der eigenen Ideologie übereinstimmt. Dem Einzelnen wird beigebracht, dass er nur dann rein sein werde, wenn er sich nach der Botschaft seiner Gemeinschaft verhalte.
4. Die Reinheit wird in offenen Beichten und Selbstbeschuldigungen überprüft und zu Neurosen fortentwickelt. Auf diese Weise entsteht Abhängigkeit durch Schuldgefühle. Sich preiszugeben bedeutet sich selbst aufzugeben, was allerdings nur von einfachen Mitgliedern verlangt wird. Die Vorgesetzten halten sich persönlich bedeckt und lassen sich nicht in die Karten schauen. Ständig abzuliefernde Erfahrungsberichte ihrer Untergebenen sichern denen ganz oben Herrschaftswissen, das bis hin zur Erpressung Einzelner genutzt werden kann.
5. Die Organisation vermittelt ihr zentrales Dogma als das Ideal für die Ordnung des menschlichen Daseins.
6. Standardisierte Wortwahl und Insiderformeln sowie ein sektenartiger Hausjargon lenken das Denken und fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl.
7. Veränderungen der Persönlichkeit werden anhand ständiger Berichte überprüft. Es gibt keine Privat- oder Intimsphäre mehr.
8. Schließlich gewährt die Organisation dem Unterworfenen bzw. Entmündigten eine Art Beförderung zum höheren Dasein, zur Einheit mit den Gründungsidealen. Die so "Belohnten" leiten daraus dann die Verpflichtung zum absoluten Gehorsam ab.
in: Gordon Urquhart, Im Namen des Papstes. Die verschwiegenen Truppen des Vatikans, München 1995. Zitiert nach: Hans-Peter Oschwald, Im Namen des Heiligen Vaters. Wie fundamentalistische Mächte den Vatikan steuernHeyne 2010, 24-25.
Sektiererische Gruppen in der Kirche
In Frankreich haben ehemalige Mitglieder vierzehn verschiedener sog. "neuer Gemeinschaften"(communautés nouvelles) einen Appell an die französische Bischofskonferenz gerichtet.
Als Mitglieder bei den Seligpreisungen, Point-Coeur, den Memores Domini, CL, den Legionären Christi, Opus Dei u.a. sind sie Opfer sexuellen und geistlichen Missbrauchs geworden, der durch die Selbstinszenierung des Gründers bzw. der Oberen, der dadurch erzeugten Abhängigkeit und des erzwungenen Schweigens herbeigeführt und geheim gehalten wurde. Sie fordern, dass diesem Machtmissbrauch innerhalb neuer geistlicher Gemeinschaften von Seiten der kirchlichen Leitung konsequenter als bisher nachgegangen wird, um junge Menschen vor ihnen zu schützen.
Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat diesen Appell positiv beantwortet und unterstreicht die Bedeutung der geistlichen Freiheit, die in allen Formen kirchlichen Lebens gewährleistet sein muss. Im Namen aller Bischöfe zeigt er sich verletzt und schockiert angesichts er Missachtung der Gewissensfreiheit in diesen neuen Gemeinschaften. Wie der Figaro schreibt, hat die Kirche damit erstmals offiziell anerkannt, dass es sektiererische Gruppen in ihrer Mitte gibt. Die meisten von ihnen wurden innerkirchlich bisher als "Blüten der Neuevangelisation" betrachtet.
Der Apell
Artikel in La Croix
Artikel in Le Figaro
Als Mitglieder bei den Seligpreisungen, Point-Coeur, den Memores Domini, CL, den Legionären Christi, Opus Dei u.a. sind sie Opfer sexuellen und geistlichen Missbrauchs geworden, der durch die Selbstinszenierung des Gründers bzw. der Oberen, der dadurch erzeugten Abhängigkeit und des erzwungenen Schweigens herbeigeführt und geheim gehalten wurde. Sie fordern, dass diesem Machtmissbrauch innerhalb neuer geistlicher Gemeinschaften von Seiten der kirchlichen Leitung konsequenter als bisher nachgegangen wird, um junge Menschen vor ihnen zu schützen.
Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat diesen Appell positiv beantwortet und unterstreicht die Bedeutung der geistlichen Freiheit, die in allen Formen kirchlichen Lebens gewährleistet sein muss. Im Namen aller Bischöfe zeigt er sich verletzt und schockiert angesichts er Missachtung der Gewissensfreiheit in diesen neuen Gemeinschaften. Wie der Figaro schreibt, hat die Kirche damit erstmals offiziell anerkannt, dass es sektiererische Gruppen in ihrer Mitte gibt. Die meisten von ihnen wurden innerkirchlich bisher als "Blüten der Neuevangelisation" betrachtet.
Der Apell
Artikel in La Croix
Artikel in Le Figaro
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